• 28 NOV. 22
    Konferenz „Wahrnehmung des multikulturellen Erbes der baltischen Grenzgebiete im 19. und 20. Jahrhundert“

    Konferenz „Wahrnehmung des multikulturellen Erbes der baltischen Grenzgebiete im 19. und 20. Jahrhundert“

    Am 24. und 26. November 2022 fand im MOBI in Kulice eine Konferenz mit dem Titel „Wahrnehmung des multikulturellen Erbes der baltischen Grenzgebiete im 19. und 20. Jahrhundert“ / „Perceptions of the multicultural heritage of the Baltic borderlands in the 19th and 20th centuries“.

    Eröffnet wurde die Tagung von Dr. Paweł Migdalski, dem Projektleiter und wissenschaftlichen Koordinator der Konferenz, und IH-Direktorin Prof. Agnieszka Szudarek. In sechs Panels stellten 17 Referenten aus verschiedenen Forschungszentren in Polen und im Ausland ihre Forschungen zum Erbe der Grenzgebiete vor. Viele von ihnen befassten sich mit den westlichen und nördlichen Gebieten Polens und insbesondere mit Pommern, was zu bestätigen scheint, dass dies ein sehr interessantes Forschungsgebiet für polnische und ausländische Forscher gleichermaßen ist. Die Konferenz hatte eine interdisziplinäre Dimension, da nicht nur Historiker, sondern auch Vertreter der Archäologie, der Kunstgeschichte, der Musikwissenschaft, der Literaturwissenschaft und der Geographie ihre Vorträge hielten. Es wurden zwei Arten von Beiträgen vorgestellt: ein breiterer, querschnittlicher Ansatz, wie der von Agnieszka Latochy-Wites, Jacek Friedrich oder Felix Biermann, oder ein engerer, detaillierterer Ansatz, der sich auf einen Ausschnitt des Themas konzentriert, wie der von Paweł Migdalski oder Daniel Kalinowski. Diese Herangehensweise sowie die Relevanz der Themen führten zu langen und oft hitzigen Diskussionen, die einmal mehr zeigten, dass Fragen der Geschichtspolitik, des Kulturerbes, der Identität und der Regionalstudien entgegen vieler landläufiger Meinungen ein wichtiger und emotional aufgeladener Forschungsbereich sind, der nicht an den Rand gedrängt werden sollte. Das Treffen hatte auch eine gewisse praktische Dimension, da eine der Rednerinnen, Urszula Stawicka, ein kurzes Konzert vorbereitete, in dem Fragmente aus dem Erbe der alten Musik Pommerns und Mecklenburgs live gezeigt wurden. Ein wichtiges und abschließendes Panel bildete den letzten Teil der Konferenz, in dem zwei ukrainische Forscher die Situation des kulturellen Erbes angesichts des anhaltenden Krieges in der Ukraine darstellten. Dieser Blick zeigt, dass die Prozesse, die wir aus historischer Perspektive diskutieren, heute stattfinden und gar nicht so weit weg sind….

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